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Wir möchten Kunden einladen, nicht  einsperren

„Wir möchten Kunden einladen, nicht einsperren“

Mehr Sicherheit im ruhenden Verkehr ist seit vielen Jahren ein großes Thema bei Spediteuren, Fahrern, Versicherern und damit bei auch bei Rastanlagen und Autohöfen. Diebstähle häufen sich, Übergriffe auf Fahrer werden mehr. Pilotprojekte im Stil eines Hochsicherheitstraktes wie zum Beispiel in Wörnitz oder Uhrsleben wurden aus Kostengründen nicht angenommen. Mit ihren Premium-Parkplätzen hat die VEDA in Abstimmung mit Kühne und Nagel ein geniales Parksystem entwickelt, das neben Sicherheit gleichzeitig auch Komfort bietet. „Wir möchten unsere Kunden einladen, nicht einsperren“, so Johannes Witt. „Unser System ist für den Fernverkehr in Deutschland gut – wir halten Kriminalität fern und konnten diese in der Summe in den letzten Monaten auch reduzieren.“ Der Euro Rastpark Theeßen an der A2 wurde als Pilotprojekt ausgebaut. Gab es dort früher bis zu neun Ladungsübergriffe pro Woche, so ist es seit der Eröffnung des Premium-Parkplatzes zu keinem weiteren Vorfall gekommen. Bisher wurden rund 20 Parkplätze von VEDA-Autohöfen im Premium-Stil um- und ausgebaut. In 2018 werden voraussichtlich weitere acht Anlagen folgen. „Damit haben nationale und internationale Spediteure ein sicheres Netz“, so Johannes Witt, Geschäftsführer der Euro Rastpark-Gruppe.

Er und seine Vorstandskollegen sind sich einig, dass die Premium-Parkplätze für 90 Prozent aller Frachten ausreichen. Zur Zeit arbeitet die VEDA an einem Reservierungssystem für die Premium-Parkplätze. Darüber hinaus ist das Parksystem für Spediteure bezahlbar. Denn da sind sich die Experten auch einig: Die Bezahllast muss beim Spediteur liegen, darf nicht auf den Fahrer abgewälzt werden. Ziel ist es, dass die Gebühr gleich über die Tankkarten mit abgerechnet werden darf. Auf den Premium-Parkplätzen der Euro Rastpark GmbH ist dies bereits mit der DKV- und der UTA-Card möglich – vorausgesetzt, der Spediteur hat die Warengruppe freigeschaltet. Gastredner der diesjährigen Tagung war Markus Prinz, Vorstandsmitglied der TAPA. Die Transport Asset Protection Association (TAPA) wurde 1997 in den USA gegründet – von der Industrie für die Industrie. Sie ist ein Zusammenschluss von internationalen Herstellern, Logistikdienstleistern, Frachtunternehmen und Strafverfolgungsbehörden mit dem Ziel, Sicherheitsbedrohungen innerhalb der internationalen Lieferkette zu verringern sowie Verluste zu vermeiden und zu reduzieren. Heute hat die TAPA mehr als 600 Mitglieder weltweit und vereint führende Markenhersteller sowie deren Logistik- und Transportunternehmen.

Die Bedrohung durch Kriminalität in der Lieferkette, durch Diebstahl von Fracht und Sprit, ist ein heißes Thema in der Logistikbranche. Um hier Sicherheit – vor allem für Hersteller von Markenprodukten – zu garantieren, hat die TAPA Standards entwickelt für die Bereiche Facility und Trucking. Durch das „Premium Parken“ der VEDA-Autohöfe wurde an vielen Standorten schon solide Vorarbeit geleistet: Beschrankte Zufahrten, flächendeckende Videoüber-wachung und Beleuchtung sowie ein 24h Service garantieren jetzt schon Sicherheit für Fracht und Fahrer. Die Euro Rastparks Schweitenkirchen, Theeßen, Himmelkron , Achern, Werneck, Guxhagen, Waldlaubersheim, Crailsheim-Satteldorf, Jettingen-Scheppach, Eichenzell, Münchberg und Lippetal wurden nun nach internationalen TAPA- Richtlinien zertifiziert und erhielten dieses für die Transportbranche wichtige Gütesiegel. Die zertifizierten Autohöfe werden in das Buchungsportal eingebunden und als sicherer Parkplatz empfohlen. Spediteure haben die Möglichkeit, sich mit Hilfe der TAPA-Website über die Erfahrungswerte in Sachen Sicherheit entlang der zu befahrenen Route zu informieren.

Nicht nur die Sicherheit auf Parkplätzen hält die VEDA im Auge, es geht auch weiterhin um den Ausbau von Parkplätzen, um dem Stellplatzmangel entgegen zu wirken. Mit einem Netz an Autobahnraststätten sowie den direkt an den Autobahnen gelegenen Autohöfen ist Deutschland das einzige Land, das über ein duales System in der Unterwegsversorgung verfügt. Dabei ist der große Vorteil der mittelständischen Autohöfe deren „Dreifach- Effizienz“: – denn sie können sowohl von beiden Autobahnrichtungen aus angefahren werden, als auch direkt von den Menschen aus ihrer umliegenden Region. „Wir streben eine Förderung des Baus von weiteren Lkw-Parkplätzen mit Anschluss an die Infrastruktur der Autohöfe an“, so Johannes Witt. Damit wäre die VEDA auf einem guten Weg, die allabendliche Parkplatzsituation zu entspannen.

Bild: VEDA

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