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VW-Konzernchef Herbert Diess kritisiert das Maß der CO2-Reduktion und den aktuellen Strommix.

CO2-Grenzwerte: VW-Chef sieht Arbeitsplätze in Gefahr

Die geplante CO2-Reduktion sorgt für Unruhe beim Weltgrößten Autobauer VW. Sollten die CO2-Grenzwerte wie von der EU geplant ab 2030 um 35 Prozent sinken, sei ein Viertel der Arbeitsplätze bei VW gefährdet, was etwa 100.000 Stellen entspräche, schlug Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw, Alarm. In der Süddeutschen Zeitung klagte der Konzernvorstand, dass die Transformation in der geplanten Geschwindigkeit „kaum zu managen" sei. Bis 2030 hält er eine Senkung der Grenzwerte um maximal 30 Prozent für möglich und warnte davor, die Autoindustrie mit zu strengen Grenzwerten zu überfordern.

„So eine Industrie kann schneller abstürzen, als viele glauben wollen.“ - Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG

Die EU-Umweltminister hatten sich auf eine Senkung der Grenzwerte um 35 Prozent geeinigt, während der VDA weniger und Umweltverbände viel mehr forderten. Fakt ist: Der Verkehr ist der einzige CO2-Emittent, dessen Ausstoß immer weiter steigt, während beispielsweise bei Haushalten und Industrie schon massive Fortschritte erreicht wurden. Der Beschluss ist jedoch noch kein Gesetz, Rat, Parlament und Kommission müssen sich einigen.

In dem Zusammenhang kritisierte der VW-Lenker auch den aktuellen Energiemix in Deutschland. Darum werde der Diesel dem Stromer in Sachen CO2-Bilanz vor allem auf längeren Strecken noch lange Zeit überlegen sein, denn laut Diess stelle man mit dem heutigen Energiemix in Deutschland nicht auf Strom um, „sondern auf Kohlebetrieb." Denn aktuell entstünden bei der Produktion einer Batterie mit Kohlestrom fünf Tonnen Kohlendioxid (CO2) - „Und wenn Sie dann noch mit Kohlestrom fahren, wird E-Mobilität wirklich zum Wahnsinn", findet Diess. Tatsächlich müssten etliche EU-Staaten auch beim Energiemix entsprechend nachsteuern. Der Statistik nach trägt alleine Deutschland mit seiner intensiven Braunkohleverstromung 40 Prozent zu den gesamten CO2-Emissionen aus Kohle in der Europäischen Union bei.

Die Reaktion auf Diess' Vorwürfe ließ nicht lange auf sich warten: Eine Sprecherin von RWE, die den Tagebau Hambacher Forst betreibt, lud den VW-Chef in die Anlage ein. Man wolle ihm die Umgebung und die Rekultivierung gerne zeigen, so die Aussage gegenüber dem Handelsblatt.

Foto: Volkswagen

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