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Manta goes Museum

Manta goes Museum

Im Haus der Geschichte in Bonn können Besucher noch bis Ende Januar 2018 die Auto-Ausstellung „Geliebt. Gebraucht. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“ bestaunen. Ein Highlight dabei ist der Original Opel-Manta aus dem Film „Manta Manta“.

Er ist ein heimlicher Star. Wird erkannt, geliebt und vielleicht auch gehasst – und kann in Bonn bestaunt werden. Der Original gelb-blaue Opel Manta mit Heckspoiler und Heckschürze, der mit Till Schweiger im Film „Manta Manta“ Berühmtheit erlangte, ist eines der Highlights der Auto-Ausstellung im Haus der Geschichte. Rund 1,2 Millionen Menschen sahen laut den Verantwortlichen die Komödie, circa 11,5 Millionen verfolgten den Film später im Fernsehen – kein Wunder, dass das berühmte Filmauto zahlreiche Besucher ins Museum lockt. „Bisher haben rund 100.000 Besucher die Ausstellung besucht. Damit sind wir sehr zufrieden“, erklärt ein Sprecher der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland Museumsmeile.

Dem Film gelang es, das bereits vorhandene Manta-Image, das über zahlreiche Manta-Fanclubs in der Bundesrepublik transportiert wurde, mit einer Liebes-und Actiongeschichte zu verknüpfen und bezog selbstironisch die zahlreichen Witze über „prollige“ Manta-Fahrer in die Handlung mit ein, erklären die Verantwortlichen. Somit war der Manta das perfekte Beispiel, um zu zeigen, wie die Wahl einer Automarke als Spiegel der Persönlichkeit gedeutet werden kann.

MW Isetta: Im Volksmund auch liebevoll mit „Knutschkugel“ bezeichnet, wurde von 1955 bis 1962 gebaut

Aber nicht nur der Opel-Sportwagen, der das Autogramm von Schauspieler Till Schweiger gut sichtbar vorne auf der Motorhaube trägt, ist in der Ausstellung zu bestaunen. Ein DDR-Rennwagen „Melkus 1000“, der Führerschein von Günther Jauch oder ein „Mercedes 600 Pullman“ sind nur drei weitere der rund 800 Exponate, die Autoliebhaber begutachten können. Verschiedene interaktive Stationen, wie der Eingang im Stil einer Waschstraße und die große digitale Karte zum Autoland Deutschland mit animierten Grafiken, begeistern die Besucher. Ein weiteres Highlight sei der „Geruchstest“ zu einzelnen Düften in verschiedenen Automobilen, den Besucher absolvieren können.

Wer nicht alleine durch die Ausstellung schlendern möchte, der schließt sich einer der festen Führungen an, die samstags, sonntags und mittwochs angeboten werden. Gruppen ab 15 Personen können sich auch jenseits der angebotenen Zeiten beim Besucherdienst anmelden und auf einer Tour Wissenswertes über die verschiedenen Ausstellungsstationen erfahren. So informiert die Einheit „Auto und Macht“ beispielsweise über verschiedene Staatskarossen und ihre Funktionen und die Ausstellungseinheit „Symbol der Freiheit“ befasst sich mit der zunehmenden Motorisierung der Gesellschaft.

chon der Eingang im Stil einer Waschstraße ist ein Eyecatcher für die Besucher der Autoausstellung

Im Bereich „Zukunft des Autos“ wird darüber hinaus die aktuelle Verkehrssituation in Städten und die Entwicklung schadstoffarmer Elektroautos und selbstfahrender Fahrzeuge beleuchtet. Die Vernetzung des Automobils mit anderen Lebensbereichen ist laut den Verantwortlichen ein weiterer Aspekt, über den sich Besucher informieren können. Denn nichts bewegt die Deutschen wie das Auto, erklären die Museumsbetreiber. Das Auto sei das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland und berühre gleichzeitig die Gefühle der Menschen. Zudem bleibe es ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit hunderttausenden Arbeitsplätzen, die direkt oder indirekt an der Autoindustrie hängen. Die Ausstellung will unter anderem mit ausgewählten Fahrzeugen, Medien und Dokumenten die Faszination des Autos in Deutschland deutlich und zugleich die soziale und kulturelle Bedeutung sichtbar machen. Denn auch wenn sich die Autowelt aktuell verändert – faszinierend bleibt sie allemal.

Fotos: Haus der Geschichte/ Axel Thünker, Jennifer Zumbusch

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