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Shootingstar, Senkrechtstarter, Universaltalent

Ein Mann für alle (Extrem-) Fälle

Shootingstar, Senkrechtstarter, Universaltalent ... In jedem Fall ein Besessener. Begriffe, die den geradezu einzigartigen Werdegang von Mario Kress beschreiben, gibt es genügend. In der Truck-Race-Szene groß geworden, gehört der 45-Jährige mit seiner Firma MKR-Racing längst zu den international anerkannten Rallye-Spezialisten.

Wie kaum ein anderer hat Mario Kress Karriere gemacht und war auf den unterschiedlichsten Rennstrecken zu Hause. Zur Erinnerung: Unter Top-Truckracer Gerd Körber arbeitete er schon als Chefmechaniker. Zunächst für MAN, dann für DAF. Später besuchte Kress die Meister- und Technikerschule und stellte sich immer wieder neuen Herausforderungen. Alle hatten sie mit Motorentechnik zu tun. Seine Idee war es auch, die auf Basis von Freightliner entwickelten Buggyra-Renntrucks mit nur einem Lader auszurüsten, was dem Team einige Europameistertitel bescherte. Die nächste Station war mit Unterstützung von Renault sein eigenes Rennteam MKR beim European Truck Race Championship. Als „Super-Mario“ feierte der heute in Tschechien ansässige Race-Experte einen Erfolg nach dem anderen und entdeckte ausgerechnet die berühmt-berüchtigte „Dakar“ als jüngstes Spielfeld für seine eigene Firma. Insgesamt war Kress übrigens 17 Mal Europameister!

Shootingstar, Senkrechtstarter, Universaltalent

Wie aber kommt man ausgerechnet von der Straße in die Wüste? „Die Zukunft braucht Visionäre. Menschen, die sich auskennen hinsichtlich der Belastungsgrenzen von Materialien und Komponenten“, berichtet Kress von umfangreichen Tests unter extremsten Bedingungen. Da geht es etwa um Motoren, Bremssättel und Getriebe. Im Einsatz war er auf der Dakar z.B. für Renault. Eine Aufgabe lautete, einen neuen Starter anhand der gewonnenen Dakar-Erfahrungen für die Serienreife von Baustellen-Lkw auszutesten. Tatsächlich ist es aber auch Alltag seines 22-köpfigen Teams, neueste Technik immer wieder am Limit zu bewegen. Wobei die Folgen mitunter unkalkulierbar sind: Auf der Dakar entzündete sich heißes Motorenöl und setzte den gesamten Truck in Flammen und ein Löschfahrzeug war einfach zu weit weg ... Während andere nach solchen Rückschlägen schmollen, machte Mario aus der Not eine Tugend. Binnen weniger Wochen baute er mit seinem Team nicht nur einen neuen Dakar-Truck, sondern arbeitet seither auch am Konzept für ein Flughafen-Löschfahrzeug.

Was ist das Geheimnis seines Erfolges? Und welche neuen Pläne hat Mario in der Schublade? „Hart arbeiten. Nach 26 Jahren Truck-Race kommen jetzt 26 Jahre Wüstensand“, lacht Mario Kress. „ Zur Zeit arbeiten wir schon wieder an der Dakar. Als nächstes kommt aber die Silk-Way-Race, die auf 15 Etappen und 8.500 Race-Kilometern von Russland über Kasachstan nach China führt“. Neu im Boot der vielen internationalen Kunden ist übrigens Kamaz. Die Philosophie zwischen dem russischen Lkw-Hersteller und Kress ist nahezu deckungsgleich. Dort weitermachen, wo andere aufgeben ...

Mario Kress Team

„Wir arbeiten tatsächlich für die Besten der Besten. Und das weltweit“, freut sich Mario über den Erfolg seiner Racing-Firma, die inzwischen einen Schwesterbetrieb bekommen hat. Ein weiteres Unternehmen managt nämlich jetzt auch noch „rollende Restaurants“ und tritt bei großen Events für Kunden wie z.B. Bosch, Siemens und Peugeot in Erscheinung. „Bei uns hat sich in der Tat eine ganze Menge getan“, so Kress, dessen Partner Renault Trucks seit 2010 die Off-Road- und Rally-Aktivitäten von MKR Adventure auf schwierigstem Gebiet unterstützt. Dabei werden die Trucks u.a. bei der Dakar auf einer Höhe von bis zu 4.700 Metern auf eine harte Probe gestellt: „In diesen Höhenlagen entwickelt der Motor weniger Drehmoment und Leistung. Und durch die dünne Luft ist es schwieriger, den Motor auf Touren zu bringen“. Für Kress übrigens die selbstverständlichste Sache der Welt: „Na ja, was ich mir einmal in den Kopf gesetzt habe, das wird auch durchgezogen“.  

Fotos: MKR

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