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Mit dem Europameister auf dem Weg nach Frankreich

Auf Achse - Mit dem Europameister auf dem Weg nach Frankreich

Marcel Schoch ist siebenfacher Europameister im Truck Trial. Das Besondere: Man sieht es ihm überhaupt nicht an. Wie auch. Einzige Ausnahme ist, wenn der Ellwanger mit seinem nagelneuen schwarzen MAN TGX im auffälligen HS-Schoch-Style zu den Rennveranstaltungen unterwegs ist und sein längst legendäres braunes Beast auf dem Auflieger spazieren fährt. „Dann gucken sie alle und staunen zweimal“,  sagt der 36-Jährige und hat ein breites Grinsen im Gesicht.

Nicht nur „der Braune“ MAN TGS mit 8x8-Antrieb ist ein absoluter Hingucker und löst lange Hälse aus, sondern auch das neue Zugpferd, in dem sich Marcel sichtlich wohl fühlt: „Der hat nicht nur alle Features für ein sicheres Unterwegssein, sondern ist hinsichtlich seines Fahrerkomforts der absolute Traum“. Marcel weiß gar nicht, wo er anfangen soll und kommt nach gerade mal 250 Kilometern Strecke aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Es ist die Jungfernfahrt. Also auch für ihn eine Premiere.

Da sind vor allem der neue drehmomentstarke und extrem wirtschaftliche D38-Common-Rail-Motor mit sechs Zylindern und 540 PS, das weiterentwickelte Schaltsystem TipMatic und der neue GPS-gesteuerte Tempomat EfficientCruise. Aber auch die nach dem Facelift markantere Front und das noble und farblich perfekt aufeinander abgestimmte Interieur an dem neuen Fernverkehrs-Flaggschiff gefallen ihm: „Sogar Ledersitze“.

Denkste, denn am frisch renovierten Autohof in Kehl warten Teile des HS-Schoch Hardox-Teams und seine Eltern Hermann und Gerlinde (beide 62) auf ihn. Zeit für einen Zwischenstopp. Und eine zumindest gefühlte erste Zwischenbilanz mit der flashneuen Zugmaschine, deren schwarz-blauer Look in jedem Fall eine Augenweide ist. „Herrlich. Einfach herrlich“, schwingt sich Marcel aus dem TGX. „Der hat volle Hütte und fährt sich einfach phantastisch.

Schon auf der Autobahn haben sie alle geguckt und gewunken. Klar, sind wir regelrechte Hingucker. Zwei, die man in dieser Kombination sonst auch nicht auf der Straße sieht. Ich weiß nur nicht, welcher der beiden MAN die Leute mehr begeistert. Das braune Beast oder der neue MAN TGX?“ Schwer zu sagen, denn beide MAN sorgen in der Fahrerwelt für allerhand Gesprächsstoff. Auf der einen Seite sind es die Lorbeeren, die den aufgewerteten TGX seit seiner Premiere auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover begleiten. Und auf der anderen Seite ist es der nicht enden wollende sensationelle Erfolg von Marcel und seinem gefürchteten „Beast“.

Auf Achse

Auf jeden Fall ist Marcel mächtig stolz auf die MAN und sein Team. Natürlich auch auf seine Familie, die ihn von Anfang an tatkräftig unterstützt hat. Neben seiner Frau Michaela, sind sogar seine Jungs Jonathan (3) und Jacob (1) schon bei den Truck Trial-Läufen dabei. Jetzt ist auch Marcels Vater Hermann in seinem Element: „Dieser Sport passt einfach perfekt zu uns und zu dem, was wir machen. Dabei bin ich eigentlich als Sponsor mit einem fremden Team angefangen“, erinnert er sich. Schoch selbst hat einen Riesen-Respekt vor dem fahrerischen Können der Piloten und seines Sohnes: „Ich selbst würde mir das nie zutrauen. Das ist absolute Akrobatik. Da hätte ich die Hosen voll“. Auch Ehefrau Gerlinde mag manchmal gar nicht hinsehen. Marcel beruhigt beide: „Du brauchst einen freien Kopf und volle Konzentration. Und auf jeden Fall Respekt vor der Technik. Wenn man diesen Respekt nicht hat, dann klappt es nicht“. Der gelernte Fahrzeugbauer und Diplom-Betriebswirt ist die Ruhe selbst. Für ihn ist der Sport ein „perfekter Ausgleich zum ganz normalen Stress in der Firma“.

Auf Achse

MAN ist für die Schochs seit vielen Jahren neben Hardox ein perfekter Wegbegleiter.  „Vor allem, weil wir uns aufeinander verlassen können“, beschreibt Marcel. Und die Bedeutung dieses Satzes ist durchaus wörtlich zu nehmen. Während der Saison ist das Team bis zu 10.000 Kilometer unterwegs. „Da darf nichts passieren und ist alles perfekt aufeinander abgestimmt. Was zählt, ist Zuverlässigkeit, denn Ausfallzeiten kosten Strafpunkte. Wenn dann neben den innovativen Technologien, auch die Wirtschaftlichkeit noch stimmt, sind das geradezu ideale Voraussetzungen“, spielt er auf die anerkannten Qualitäten seines TGX an. Ganz nebenbei berichtet Marcel aber auch noch von seinen Beobachtungen im Parcours: „Es ist Faszination pur, denn auch die MAN-Leute staunen selbst immer wieder darüber, was man mit ihren Trucks alles anstellen kann“. Und was macht den Erfolg beim Publikum aus? „Die Leute können nah ran und erleben tatsächlich, dass ein Lkw auch eine Art Sportgerät sein kann“.

Natürlich gehört auch ein bisschen Showbizz dazu. Da passt dann auch das Lkw-Zubehör und Truck-Styling von HS Schoch gut ins Bild und verleiht dem TGX eine ebenso individuelle wie reizvolle Optik. Am Ende mag Marcel denn auch die Frage nicht beantworten, mit welchem der beiden MAN er lieber unterwegs ist „Das kann man ja überhaupt nicht miteinander vergleichen. Es sind ja auch zwei völlig verschiedene Jobs, die sie machen. Der TGX ist für die Arbeit, der TGS fürs Hobby. Gemeinsam haben sie aber, dass sie beide Spaß machen und ich mich schon beim Einsteigen in die Kabinen auf Anhieb wohl fühle“.  Und weil die beiden MAN sich dann doch irgendwie ähnlich sind, ist es tatsächlich schon einmal passiert, dass Marcel mit der Zugmaschine, also mit dem falschen Truck, ins Gelände gefahren ist. Er handelt intuitiv. Sein Schlusskommentar: „Bei mir gibt’s ja auch kein Training. Ich steige ein. Und dann geht’s auch schon los“.

Das ist High-Class. Da willst Du gar nicht mehr aussteigen!
Marcel Schoch, 7-facher Europameister im Truck Trial

Fotos: Karl-Heinz Augustin

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